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    Hochseeangeln vor Dubai: eine ruhige Seite des Golfs, die kaum jemand erwartet

    26. Juli 20265 Min. LesezeitDubai Yachten
    Hochseeangeln vor Dubai: eine ruhige Seite des Golfs, die kaum jemand erwartet

    Wer an Dubai denkt, denkt selten an Angelruten. Die Stadt hat sich einen Ruf als Bühne aufgebaut, auf der alles laut, groß und beleuchtet ist, und das Bild einer stillen Ausfahrt bei Sonnenaufgang passt zunächst nicht dazu. Und doch gehört das Hochseeangeln zu den ältesten und beständigsten Beschäftigungen an dieser Küste, lange bevor das erste Hochhaus stand. Der Arabische Golf ist ein flaches, warmes und ausgesprochen fischreiches Gewässer, und für viele Gäste ist eine Angeltour die überraschendste Erfahrung ihres gesamten Aufenthalts, weil sie eine Seite dieser Region zeigt, die im Programm der Stadt sonst nicht vorkommt.

    Eine Angeltour beginnt früh, meistens deutlich vor Sonnenaufgang. Das hat weniger mit Romantik zu tun als mit Biologie und Wetter. In den ersten Stunden des Tages ist das Wasser am ruhigsten, der Wind hat noch nicht aufgefrischt, und die Fische stehen näher an der Oberfläche als in der Mittagshitze. Wer um fünf Uhr am Steg steht und die Marina im Halbdunkel verlässt, erlebt außerdem einen Moment, den kaum ein Besucher dieser Stadt kennt: die Skyline ohne Bewegung, das Wasser wie eine Fläche aus Öl und ein Himmel, der langsam von Grau in ein tiefes Orange kippt, während das Boot Fahrt aufnimmt.

    Die Fanggründe liegen je nach Zielart unterschiedlich weit draußen. In küstennahen Gewässern, oft in der Nähe von Riffstrukturen, Wracks und künstlichen Substraten, findet man Zackenbarsche, die hier unter dem Namen Hamour bekannt sind, sowie Kaiserfische, Snapper und den geschätzten Sheri. Diese Art des Angelns geschieht meist vor Anker mit Grundmontage und verlangt Geduld statt Kraft. Weiter draußen, oft eine bis zwei Fahrtstunden entfernt, beginnt das Gebiet für das Schleppangeln, bei dem Köder hinter dem fahrenden Boot durchs Wasser gezogen werden. Hier sind Königsmakrele, Bonito, Segelfisch und in bestimmten Monaten auch Thunfisch die Ziele, und ein Biss auf dieser Distanz fühlt sich völlig anders an, weil er ohne Vorwarnung kommt und die Rute innerhalb einer Sekunde in Bewegung setzt.

    Die beste Zeit für diese Ausfahrten liegt in den kühleren Monaten zwischen Oktober und April. Das Wasser ist dann klarer, die Fische aktiver und die Bedingungen an Deck angenehm genug, um mehrere Stunden in der Sonne zu verbringen. Im Hochsommer bleibt das Angeln möglich, verlagert sich aber fast vollständig in die frühen Morgenstunden, weil die Hitze ab dem späten Vormittag jede Konzentration zunichtemacht. Zu beachten ist außerdem eine saisonale Schonzeit, die in den Emiraten für bestimmte Arten gilt und deren Einhaltung ernst genommen wird. Ein seriöser Anbieter kennt diese Regeln, informiert vorab und verzichtet darauf, geschützte Arten zu bewerben.

    Ein Boot für eine Angeltour unterscheidet sich in wichtigen Punkten von einer klassischen Charteryacht. Entscheidend ist ein freies Achterdeck ohne feste Möblierung, damit man beim Drill um das Deck herum arbeiten kann, ohne über Sofas zu steigen. Rutenhalter an der Reling, eine ausreichend große Kühlbox oder besser ein gekühlter Stauraum für den Fang, ein Köderbrunnen und eine funktionierende Elektronik zur Fischortung gehören ebenfalls dazu. Ebenso wichtig ist ein geschützter Innenbereich mit Klimaanlage, weil Angeltouren lange dauern und niemand acht Stunden ohne Rückzugsort in der Sonne verbringen möchte. Auf großen Luxusyachten lässt sich zwar angeln, doch ein spezialisiertes Sportfischerboot bietet für dieselbe Zeit deutlich mehr Substanz.

    Die Rolle der Crew ist bei dieser Art von Charter größer als bei jeder anderen. Ein guter Kapitän weiß, an welchen Stellen sich in dieser Woche etwas tut, kennt die Strömungsverhältnisse und entscheidet unterwegs, ob es sinnvoll ist, den Platz zu wechseln. Ein erfahrener Decksmann bereitet Montagen vor, tauscht Köder, löst Verhedderungen und unterstützt beim Landen des Fisches. Wer noch nie geangelt hat, muss deshalb nichts können und nichts mitbringen: Ruten, Rollen, Köder und Anleitung gehören bei praktisch jedem Anbieter zum Umfang, und die meisten Gäste haben nach zwanzig Minuten verstanden, worauf es ankommt.

    Was mit dem Fang geschieht, klärt man am besten vorher. Üblich ist, dass die Crew den Fisch an Bord ausnimmt und filetiert, sodass man ihn mitnehmen kann. Viele Restaurants in Dubai bereiten mitgebrachten Fisch gegen eine Gebühr am selben Abend zu, was für viele Gäste den eigentlichen Abschluss des Tages bildet. Wer im Hotel wohnt und keine Möglichkeit zur Lagerung hat, sollte das ansprechen, denn eine ungeplante Kühlkette im Zimmer ist keine Lösung. Verbreitet und zunehmend beliebt ist auch das Zurücksetzen größerer Exemplare, insbesondere bei Segelfisch, wo das schonende Zurücksetzen inzwischen als Standard gilt.

    Der eigentliche Reiz dieser Touren liegt jedoch nicht allein im Fang. Es ist die Stille, die sich einstellt, sobald die Motoren aus sind und das Boot nur noch von der Dünung bewegt wird. Man sieht die Skyline als schmalen Streifen am Horizont, weit genug entfernt, um unwirklich zu wirken, und plötzlich ergibt diese Stadt einen anderen Sinn. Zwischen zwei Bissen liegen manchmal vierzig Minuten, in denen nichts passiert, und genau diese Zeit ist es, die Gäste im Nachhinein am häufigsten erwähnen. Eine Angeltour vor Dubai ist deshalb weniger eine sportliche Unternehmung als ein Gegenprogramm zu allem, wofür die Stadt sonst steht, und sie funktioniert für Familien mit Kindern ebenso wie für Gruppen, die einen Tag lang nichts erreichen müssen.

    Tags:

    #Angeln#Hochseeangeln#Fishing Charter#Golf#Ausflug

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